Oliver Schwach beim Aktivcamp Pflege 2017

Jeder kann etwas verändern – Gastbeitrag von Oliver Schwach

Oliver Schwach ist Auszubildender in der Altenpflege und hat letztes Jahr am Aktivcamp Pflege teilgenommen. Im heutigen Gastbeitrag berichtet er davon, weshalb er anschließend seinen Praxisbetrieb gewechselt hat und warum er überzeugt davon ist, dass einzelne Menschen sehr oft den Unterschied machen – auch in der Pflege.

Mein Name ist Oliver Schwach, ich bin mittlerweile 36 und Auszubildender in einem sehr kontrovers gesehenen Beruf: Fachkraft in der Altenpflege. Das erste Jahr habe ich trotz einiger Turbulenzen überstanden. Auch dank einer sehr guten Gemeinschaft in meiner Klasse, die langsam zusammenwächst, einer „stets sehr bemühten“ Klassenlehrerin, die mir den kleinen Seitenhieb  sicher verzeihen wird und meiner, inzwischen zweiten, Praxisstelle. Soweit zu mir, gehen wir gemeinsam noch ein wenig weiter zurück: Wie kommt man mit 36 auf Die Idee diese Ausbildung zu machen? Weshalb kommt man zum Aktivcamp Pflege?

Beginnen wir Schritt für Schritt. Vor beinahe drei Jahren arbeitete ich als Betreuungskraft für Alloheim. Ich denke, ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass meine damalige PDL, Frau Sommer meine große Inspiration war, die Ausbildung überhaupt zu beginnen. Für mich war es durchaus eine Ehre unter jemandem zu arbeiten, der den Codex unseres Berufsstandes so souverän und sicher umgesetzt hat. Man könnte sagen, eines Tages auf diesem Niveau zu arbeiten, ist seitdem tatsächlich ein Ziel für mich geworden. Deshalb also die Ausbildung.

„Ich bin stolz darauf, Fachkraft zu werden.“

Nun ist es in der professionellen Pflege ja so – und hier verrate ich kaum ein Geheimnis – dass vieles im Argen liegt. Ich persönlich denke, im Codex (dem International Code of Ethics for Nurses) haben wir ein sehr solides Werk, welches unser Denken und Handeln leiten sollte. Dagegen stehen leider die vielen Probleme, begonnen bei den gierigen Betreibern, die Gewinne maximieren wollen und dabei weder Rücksicht auf die Mitarbeiter noch auf die Pflegebedürftigen nehmen. Über die sich alarmierend schnell leerenden Reserven der Pflegekassen bis zu Ausbildungen in den verschiedenen Bereichen (Helfer, Betreuung, selbst Fachkraft) die nur auf das Einnehmen von Geld, nicht aber auf das qualifizierte Ausbilden von Menschen aus sind. Natürlich ist auch die Politik problematisch. Viele Ideen und Entscheidungen, die oft an der Basis und ihren Problemen vorbeigehen. Ich sage immer gerne: „Lasst sie doch regieren, dann sind sie beschäftigt und wir können wenigstens in Ruhe arbeiten.“ Aber, die Scherze einmal beiseite, wenn vieles so negativ ist, warum dann überhaupt etwas tun?

Warum zum Aktivcamp? Warum die Ausbildung machen? Weil ich doch stolz darauf bin, Fachkraft zu werden. Weil ich glaube, dass wir etwas ändern können. Auch mein Wechsel des Praxisbetriebes hat mich wieder davon überzeugt. Begonnen bei Herrn Rasmus-Hildebrandt, dem Pflegedienstleiter, welcher mich von ersten Augenblick an überzeugt hatte, dass ich bei Domino richtig bin. Man trifft meiner Erfahrung nach selten große Menschen, die wirklich in der Lage sind zu führen und die einem das Gefühl vermitteln, Teil von etwas Größerem, etwas Wichtigem zu sein.

Ich hatte bereits zweimal dieses Glück und somit habe ich auch gesehen, dass ein Mensch, der seinen Beruf versteht, es schaffen kann, die Dinge zu verändern. Auch das Team bei Domino, in welchem ich das Vergnügen und die Ehre habe zu arbeiten, zeigt, dass es auch in einem Beruf, der für die höchste(!) Quote an Mobbing bekannt ist, gute Menschen und gute Teams gibt und dass man professionell arbeiten kann. Und dass man auch schwierige Situationen gemeinsam meistern kann.

Wir alle zusammen sind „die Pflege“.

Natürlich spielt auch meine Klasse eine Rolle. Wir sind zwar weniger geworden seit Beginn der Ausbildung, allerdings auch mehr zusammengerückt. Auch wenn die 17/01 aus sehr unterschiedlichen Menschen besteht, glaube ich fest an diese Gemeinschaft aus Einsteigern.

Ich bin unumstößlich überzeugt, dass wir gemeinsam viel erreichen können und uns gegenseitig unterstützen, um nicht nur erstklassige Fachkräfte zu werden, sondern auch, um etwas zu verändern. Was mich schlussendlich zu Frau Scharfenberg und ihrem Aktivcamp bringt.

Ich bin sehr stolz darauf, erneut teilnehmen zu können. Es tut gut sich auf Augenhöhe mit Führungskräften, Fachkräften, Schulleitern und so vielen mehr zu begegnen. Offen auszusprechen, was man selbst als Problem empfindet, und Gehör zu finden. Ich denke, wir brauchen sehr viel mehr hiervon in unserem Beruf, mehr gemeinsam arbeiten und gegenseitig ernst nehmen und zuhören.

Denn letzten Endes ist es unser Beruf!

Wir, von der PDL zur Reinigungskraft, und alles, was mit hineinspielt, sind Pflege. Wie wir miteinander umgehen, öffentlich und in den Teams, entscheidet darüber, was Außenstehende über den Beruf, unseren (!) Beruf denken. Am Ende können wir sicher nicht verändern, dass die Politik manchmal weltfremd ist, dass die Kassen leer werden, wir können aber andere Dinge verändern. Wir können dabei helfen, die nächste Generation gut auszubilden. Wir können dabei helfen, dass unser Beruf als etwas Großartiges und Positives gesehen wird. Es liegt vielleicht nicht in unserer Hand, was gestern war. Aber es liegt GANZ sicher in unserer Hand, was morgen geschieht!

Daran glaube ich und deshalb bin ich stolz, Azubi bei Domino sein zu dürfen, weil es funktioniert. Deshalb bin ich stolz, Teil meiner Klasse 17/01 zu sein, weil wir mehr erreichen können als wir uns manchmal eingestehen, und deshalb bin ich bei dem Aktivcamp Pflege, weil ich dort alle diese Dinge vereinen kann und wir etwas Größeres erreichen können, obwohl ich lediglich ein einzelner Mensch bin, ein einfacher Azubi zur Fachkraft in einem kontrovers diskutierten Beruf.

Fachkraft in der Altenpflege. Aber mit dem Glück, starke Partner an meiner Seite zu wissen, die meine Ideale sicher teilen.

 

Du möchtest auch beim Aktivcamp Pflege 2018 dabei sein? Noch gibt es freie Plätze!

Einfach anmelden oder als Auszubildender auf einen kostenlosen Platz bewerben auf unserer Webseite Aktivcamp Pflege 2018.